Da der Wind aus NO bläst, entscheiden wir uns dafür die Isla de la Juventud im Süden zu passieren. Damit sind wir wieder einmal „auf der Kreuz“. Statt 40sm fahren wir 72sm zur Cayo Matias.
Wind, Wellen und Strömung sind gegen uns und unsere schöne Cul8r wird immer wieder „salzwassergeduscht“. Das Geräusch, wenn die beiden Rümpfe und das Brückendeck gegen die Wellen knallen, zerrt zusätzlich an unseren Nerven.
Aber auch diese Fahrt hat ein Ende und der wunderschöne Schnorchelausflug entschädigt uns für die letzten Stunden. Endlich wieder im Wasser, fast ein halbes Jahr mussten wir darauf warten.
Die Crew der Charade, die ganz in unserer Nähe ankert, schenkt uns dann einen ihrer gefangenen Langusten. Wir kochen sie allerdings nicht lebend sondern Edi versetzt ihr vorher noch den Todesstoß.
In kurzen Etappen nähern wir uns Cayo Lago. Beim ersten Stopp vor Cayo Campos werden wir von zwei „staatlichen Inselwächtern“ eingeladen und mit frischen Trinknüssen bewirtet. Wir hinterlassen im Tausch dazu ein Hemd und Seifen.
Am nächsten Tag geht es ein paar Seemeilen weiter. Hier ankern wir für einen Schnorchelausflug in der Nähe eines Riffes und verlegen danach in den Canal de Rosalio vor eine „biologische Station“.
Nur die Solarzellen, die eine Lampe und ein kleines Radio mit Strom versorgen, zeugen von der offiziellen Aufgabe der beiden Mitarbeiter, die uns sehr freundlich begrüßen.
Zu sehen gibt es allerdings nicht viel und so verabschieden wir uns nach einem kurzen Spaziergang wieder von den beiden Männern. Noch während unseres Aufenthaltes kommt ein kleines Schnellboot mit 3 Mitarbeitern der Behörde um eine Kontrolle auf der kleinen Station vorzunehmen.
Was es hier zu kontrollieren gibt ist uns schleierhaft. Allerdings sind somit 5 Männer kurzzeitig beschäftigt – ist ja auch was.
Einen schönen Segeltag später und 27sm weiter landen wir in Cayo Largo – einem der Touristenzentren in Kuba. Laut unserem Führer ist man hier vom kubanischen Alltag so weit entfernt wie ein Durchschnittskubaner vom Kauf eines Porsches.
Zwar ist es ein wenig schwierig einen Marinaplatz zu bekommen – da sich einfach niemand findet, der uns sagt in welche der unzähligen leeren Boxen wir uns legen sollen, allerdings klärt sich das auch nach einer Weile und so können wir bald die Behörden – in Form von zwei jungen Männern – an Bord begrüßen.
Schnell und eher unbürokratisch ist alles erledigt – sogar die obligatorische Schiffsbesichtigung bleibt uns erspart. Hier sind Boote wie unsere Cul8r gut bekannt.
Einer der größten Vorteile von Marinas ist der Wasseranschluss am Steg. So können wir die Salzkruste von Schiff und Kleidung entfernen.
Nach getaner Arbeit genießen wir unsere Jause auf der Terrasse. Auch für Unterhaltung ist gesorgt – einige Charterkatamarane belegen die umliegenden Boxen und vollbelegte Ausflugskatamarane entladen am Nebensteg ihre touristische Fracht.
So schön es hier auch ist, Restaurants und Sandstrände sind nicht unsere Favoriten. Deshalb verschwinden unsere Fender am nächsten Tag wieder im Stauraum. Wir sind auf der Suche nach ein paar einsamen Inseln zum schnorcheln.
Und wir werden auch fündig – für einen Nachmittag wähnen wir uns in der völligen Abgeschiedenheit. Rings um uns meilenweit nur Wasser – wunderschöne Riffe zum Schnorcheln und ein denkwürdiger Sonnenuntergang.
Wo allerdings die drei Fischer mit ihrem Boot herkommen, die uns am nächsten Tag mit einem hervorragenden Fisch versorgen – im Tausch gegen drei Hemden und Seifen – bleibt uns unerklärlich.
Der zweite Ankerplatz ist nicht ganz so einsam aber dafür umso schöner zum Schnorcheln. Am Abend genießen wir zum ersten Mal den Fisch – alles in Ordnung uns geht es auch nach dem Genuss noch immer gut.
Rechtzeitig vor der nächsten Kaltfront nutzen wir den kräftigen SO-Wind und fahren in die große Bucht von Cienfuegos, wo uns schon in der Einfahrt klar wird, dass es mit der Einsamkeit des Insellebens endgültig vorbei ist.
Hotels, Kastell, Einfamilienhäuser, Frachter und Fähren im Vordergrund, die Silhouette einer Stadt mit Fabrikschloten in einiger Entfernung im Hintergrund.
Auch wenn unsere Seekarte die Marina um fast 5sm „verlegt“ hat, sie ist dort wo sie immer war, mit jede Menge Charterschiffen – vor allem Katamaranen – und unseren Freunden von der Charade, die wir bereits zum 6. Mal hier treffen.
Cienfuegos gefällt uns von den drei Städten die wir in Kuba besucht haben am besten.
Wunderschön restaurierte Herrschaftshäuser aus dem 19.Jhd, Geschäfte in der Fußgängerzone wo mit CuC`s aber auch einige in denen mit Pesos bezahlt werden kann.
Ein Gemüse- und Obstmarkt für Pesos und daher wirklich günstig für uns. Doch auch die Drinks in der Marina oder einer Bar mit max. 2,5 CuC´s durchaus angemessen.
Die Behörden sind relativ flott und sehr freundlich. Die Menschen äußerst hilfsbereit und ohne Bettelgehabe. So bekommen wir von zwei verschiedenen Personen Aluleisten angeboten die wir zur Fixierung unserer ausgerissenen Halterung der Solarzellen dringend benötigen.
Die von uns im Gegenzug dazu angebotene Flasche Rum oder Zigaretten werden nicht angenommen. Ein Riesenunterschied zum Norden der Insel.
So bedauern wir es nicht drei Tage hier verbringen zu „müssen“. In der Marina lässt sich auch ein Regentag gut abwettern. Zwar schaukelt unsere Cul8r ganz schön, aber wir sollen ja nicht vergessen, dass wir auf einem Schiff leben.
Doch dann dreht der Wind und verspricht ein wenig verhaltener zu blasen – so nützen wir die Gelegenheit uns von Kuba endgültig zu verabschieden. Einmal noch warten wir auf die Behörden und dann sind wir entlassen und drehen unseren Bug in Richtung Cayman Islands.
Hallo liebe Gabi!
Schön, dass du mit dabei bist und dir unsere Bericht gefallen. Manchmal muss ich mich schon sehr zum Schreiben motivieren. Wenn wir diese Seiten auch als unser Tagebuch sehen, so freut es mich doch sehr, wenn auch andere sich dafür interessieren. Und wenn es mir gelingt dich ein wenig zum Träumen zu bringen dann bin ich doppelt froh.
Wir schicken dir dafür ein paar warme Sonnenstrahlen nach Wien. Viele liebe Grüße Edi und Claudia, Cul8r
Hi ihr zwei!
sehr sehr schön eure Reiseberichte, ich lese sie immer wieder gerne sie lassen mich ein bisschen träumen und holen mich dadurch a bissl raus aus meinem Alltag, danke fürs teilhaben lassen!
Ich lese es geht euch gut! das freut mich sehr, uns gehts auch gut ein bissl mehr Sonne und Wärme würden wir alle hier sehr begrüßen!
Alles Liebe
Gabi
Hallo ihr Lieben – schön, dass ihr wieder mit dabei seit. Uns geht es gut auch wenn wir nur mehr zu zweit sind. Viele Liebe Grüße und ein paar warme Sonnenstrahlen nach Wien, senden euch Edi und Claudia, Cul8r
Hallo Ihr Lieben!
Habe endlich Zeit eure Berichte nachzulesen.Nachdem wir heute in der Inka ausstellung waren und ich furchtbar „Heimweh“ nach Peru bekommen habe,musste ich gleich an euch denken. Jetzt werde ich bald regelmäßiger euch „besuchen“ ;lese noch immer mit viel Begeisterung deine Berichte. Ich hoffe es geht euch gut und ihr habt eine schöne Zeit zu 3.
100000 Bussi maria
spannend Eure Berichte sind die Cayman island nicht für Geldwäscherei bekannt?geht es doch Richtung Panamakanal? na ich bin gespannt
lg und alles Gute Peter